monochrom bringt amerika die oekosoziale marktwirtschaft

episode i: new york

ankunft 11. september 1999.

alle menschen sind freundlich.
manche strassen sind versifft.
und in florida gibts hurricanes die sind groesser als der ganze bundesstaat. ueberhaupt ist alles viel groesser hier. groessere strassen. groessere autos. sogar die 5 cent stuecke sind groesser als die dollar-muenzen.

und die kosher hotdogs sind aus beef.
und auf der packung steht "we answer to a higher authority".

im fernsehen wird quaker oats sea adventure angepriesen. das ist haferschleim, der sich nach der beruehrung mit wasser blau verfaerbt. es sind auch gruene stuecke drin.

unter solchen voraussetzungen ist fuer unsere politische aufgabe mit mindestens einem monat arbeit zu rechnen. hierbei geben wir uns allerdings optimistisch. menschen lassen sich manipulieren. darauf zaehlen wir. in geordneten kleingruppen (etwa in der subway) unterrichten wir die missgeleiteten massen. auf die immerwiederkehrende frage: "was ist mit hillary?" antworten wir: nein.


(eine kleingruppe)

bei diversen brokern auf der einflussreichen wallstreet versuchen wir, durch tragen des shirts aufsehen zu erregen. gemeinhin sind wir nun als oesterreichischer dow jones fanclub bekannt. soll uns doch egal sein. hauptsache, es dient der sache.

ein besorgter oesterreicher schrieb uns: "ueber television und webcams sehe ich euch vor floyd fluechten ... haltet euch tapfer, ihr wackeren monos, weichet und wanket nicht, vor den winden des kapitalismus. bindet euch fest an. mindestens doppelter pfadfinder-weberknoten. schlaget euer myzel in den verdarbten boden. pilzt und sport."
dazu koennen wir nur sagen - moeglich ist, was der geist gebiert.

deshalb weitere statements: in unzaehligen geschaeften wird hier im sogenannten big apple glitzer und tand feilgeboten. man kann sich der gutgemeinten angebote gar nicht erwehren. konzerne und greissler sind hier - wie es oberflaechlich scheint - friedliche konkurrenten - dies ist aber ein irrglaube. wir haben die fratzen grinsen sehen.

freche buerger spucken hier oeffentlich aus, auf den strassen liegen pepsi-dosen. dies ist kein anzeichen fuer offenes oekologisches denken. aber auch in oesterreich ist unser gedankengut ja bislang nur von schuessel und busek in ansaetzen erkannt worden ... wie kann man dann hier sofort offene arme erwarten? nein. the task is complex.

das in oesterreich zurueckgebliebene forschungsinstitut a hilft uns fortweg, wir danken.

ein ray’s pizza slice kostet $1.50 und ist ein labsal.

bis jetzt haben sich 90 centimeter regen ueber uns ergossen.

im metropolitan museum of art haengt ein rembrandt. aber wir sind stolz darauf, dies nicht zu schaetzen zu wissen.

und die hundebesitzer klauben hier mit barer hand den kot auf.


(ein toller typ)


(andere tolle typen)

mussten im supermarkt potato chips der marke "utz" erblicken.

"oil of olaz" heisst hier "oil of olay". ob das was mit der amerikanischen tastatur zu tun hat?

in der television wird ein buch namens "don't snore anymore" (von jeffrey n. hausfeld, m.d.) beworben. vielleicht hilft das diesem herrn. es soll ja wahrhaft revolutionaer sein.

ein besuch im american museum of natural history lenkt uns von unserer primaeren aufgabenstellung zwar ab, aber dieser tempel der wissenschaft entzueckte uns kurzweilig.
informationen, die wir gewinnen:
- w. j. judson erfand 1891 den reissverschluss.
- in einer wassertiefe von 6 meilen herrscht ein pro-square-inch-druck von 6 metrischen tonnen. fische dieser umgebung koennen in seichteren wasserzonen nicht lange ueberleben. sie platzen aber auch nicht, wie allgemein angenommen wird.
- der kanadische gneiss ist das aelteste gestein der welt. 3,96 milliarden jahre alt.
- der kawoh ijen vulkan in indonesien produziert 25 tonnen schwefel pro tag.
- der gesamte irdische goldvorrat (inkl. noch nicht gefoerderter anteile) hat in form gepresst die ausmasse eines kubus in 1/3-fussballplatzlaenge * 1/3-fussballplatzlaenge * 1/3 fussballplatzlaenge
.... in der cafeteria erwerben wir eine flasche "sobe: rain" (geschmacksrichtung agave-cactus). dies schmeckt wie fluessige eiszapfen von engelhofer.

zurueck zum primaer-target: vorerst dachten wir uns, dass wir durch einschleusung in gewisse politische und religioese gruppierungen forciert meinungsbildungsfunktion ausueben koennten. danach sahen wir folgende vierfarbige werbung in der subway:
"the end of the world is no time to finally realize jesus is the messiah. call 1-310-messiah. jews for jesus"
es scheint, als waere nichtmal mehr auf deren religioese fundamente verlass. nur auf deren.

wir verlassen new york, 18. september 1999, voll gram (eine fishbone jacke ist abgaengig) und ohne erledigten job.

episode ii: apopka/florida und umgebung

es ist heiss. in letzter zeit hat es ja viel geregnet.



die einwohner ernaehren sich hauptsaechlich von orangen und touristen.
sprich: agrikultur ist top. und die fette ratte des herrn disney natuerlich auch.
dabei fing alles so schoen an:
zwischen 140000 und 70000 vor christus begann die einwanderung proto-mongolider voelkerschaften von innerasien nach amerika. die einwanderer kamen in zahlreichen wellen ueber die beringstrasse, man vermutet eine alte landverbindung zwischen dem kap deschnew und alaska. ab etwa 13000 vor christus ist das gebiet der gesamten heutigen usa von grosswildjaegern bewohnt. irgendwann kamen dann die europaeer, auch nach florida. diese europaeer hiessen spanier, und sie paarten sich mit den nachkommen der erwaehnten beringstrassler. und auch die puritaner kamen, um 1819. alle leben sie nun in einem schmelztigel.
1969 betrat der erste amerikaner den mond. 1974 tritt praesident nixon zurueck. 1977 wird unter praesident carter der panamakanal an panama zurueckgegeben. aber das kuemmert die hiesige bevoelkerung nur peripher.

nach den politischen enttaeuschungen in new york versuchen wir uns vorsichtiger. wir wollen uns - im sinne einer camouflage - anpassen:
vorerst versuchen wir, das telefon zu aktivieren. es ist defekt. ein tier hat es angefressen. das tier entkommt, ein herr der telekommunikationsindustrie kommt und ist hoeflich. wir fuehlen uns verstanden und koennen schon bald wieder jemanden anrufen.
wir fahren einen selbstgemieteten wagen. mit dem darf man bei roter ampel nach rechts abbiegen.

zu frauen sagt man ma'am.

ein mitglied unseres teams besucht aus medizinischen gruenden eine hiesige zahnarztpraxis. dr. john gammichia (sohn des victor). an der delinquentin wird eine wurzelkanaldurchbohrung vorgenommen, dabei werden erkleckliche volumsanteile eiter entfernt. ausserdem werden einige plomben amalgam durch keramik und gummi ersetzt. die keramik kommt aus der weltraumindustrie und der gummi heisst gutta percha und stammt von einem baum. groessere mengen codein in tablettenform bereiten der patientin einen schoenen nachmittag.
das zahnbehandelte mitglied notiert sich die beginnzeiten ihrer lieblingssitcoms auf ihre arztrechnungen. ueberhaupt ist viel brutalitaet im fernsehen.

in einkaufszentren (malls) erwerben wir: trainingsjacken, lederschuhe, klebefolien mit tieren, linux 5.2, eine rotwild-lockpfeife (mit duftlockstoff), klarsichthuellen, einen hut, ein roy-orbison-gedenk-matchbox-auto (in limitierter auflage von 9999), einen push-up-bh, eine fatboy slim cd, einen tornado-in-der-flasche-experimentier-kit, einen wecker sowie einen sack eis.

der swimmingpool riecht chemisch, erfrischt aber. immer wieder ertrinken geckos und insekten, da wir nicht ueberall gleichzeitig sein koennen.

die strassen sind durch verschiedenste neonreklamen geziert. viele nahrungsmittelketten, aber auch auspuff-wechsler und franchise-friedhoefe (baldwin-fairchild cemetaries).

das bourbon-chicken in altamonte ist das beste.



herr homolka bat uns, in einem email dieses wort dem praesidenten der vereinigten staaten von amerika zu ueberbringen:
ex|pul|si|on [lat.] die; -, -en: entfernung, abfuehrung (z. b. von eingeweidewuermern; med.).
leider koennen wir das nicht persoenlich. wir werden das wort auf ein formloses blatt papier schreiben und in einem formlosen kuvert an: "bill clinton, white house, washington" schicken.

waehrend eines aufenthaltes im denny's diner muss das crewmitglied grenzfurthner erkennen, dass sich an seinem koerper ein bedenklich grosses knoetchen gebildet hat. es fuehlt sich an als wuerde die linke achselhoehle einen maulwurf gebaeren wollen. er beobachtet das phaenomen weiter, wundert sich aber ueber nichts mehr. erst wenige stunden zuvor hatte er vor der apopka episcopal church einen amerikaner beef jerky und root beer konsumieren sehen. auf deutsch: ein presbyterianer isst getrocknetes rindfleisch und spuelt es mit stark gezuckertem mundwasser hinunter.
auf diese medizinische meldung hin erhaelt grenzfurthner von herrn aldi hofer folgende anekdotische nachricht:
deja vu! ich erinnere mich ... eine lange, deliroese nacht voller schmerzen, ein abszess in meiner linken achselhoehle, so gross wie ein golfball, die selbsttherapie mit schmerztabletten, die einen geringen codeinphosphat-anteil hatten, die minuten unbeschreiblichen gluecks auf dem hoehepunkt des codein-impacts, in denen die schmerzen paradoxerweise unveraendert waren, aber gleichgueltig wie der schmerz eines unbekannten, der arzt, der anerkennende worte zu groesse und qualitaet des eiterbeutels spricht, waehrend er das ding mit einer rasierklinge aufschneidet und mir vehement das gelbe, stinkende zeug aus dem koerper drueckt ... und es zu meinem entsetzen durch eine schwarze, zaehfluessige paste ersetzt, mit der er meinen geleerten eiterbeutel wieder anfuellt! ich kann nur fuer dich hoffen, dass du nicht das hast, was ich hatte. denn dann kommt meine warnung, dass du lieber einen arzt aufsuchen solltest, zu spaet.
aldi hofer hat es erkannt. und rootbeer findet er auch scheusslich.

der mundraum der zahnbehandelten ist uebrigens durch einen blasenbildenden ausschlag entstellt. hoechstwahrscheinlich eine autoimmunreaktion gegen den antiseptisch beschichteten dentistenhandschuh. trotzdem erwaegt die tapfere frau, sich abermals einer zahnbehandlung zu stellen.

fuerlinger kauft eine 150-stueck-packung "tums" calcium supplement pills, geschmacksrichtung "assorted fruit". auf der packung wird ihr naemlich mitgeteilt "... research shows that certain ethic groups are at a higher risk for developing osteoporosis, including caucasian and asian teen and young adult women". ist sie einem marketing-trick erlegen?

amerika ist schlecht fuer uns.
die leute rauchen so wenig.
und erstmals ist eine geschiedene frau miss america geworden. khol wuerde das nicht moegen.

wir fahren die interstate-4 nach westen. ploetzlich geht es nicht mehr weiter - es ist weit und blau: der golf von mexiko. der golf ist relativ gross, relativ tief. unten ist er voll schlick und schlamm, darauf liegen etliche kubikhektar wasser. wir trauen uns hinein, das wasser ist einladend warm. verschiedene tiere gibt es hier. fische im wasser. voegel darueber. zweitere fressen erstere - und zwar mithilfe ausgefallener tricks, die vollkommen darwinistisch angewandt werden.
frueher kam es ja immer wieder vor, dass menschen sich auf dem meer verirrten. diese durften kein meerwasser trinken, da der hohe salzgehalt sie bleich und krank werden liess.

wir werfen uns unter die geliebte suesswasserdusche, steigen in das weltumspannende datennetzwerk ein:
aldi hofer schreibt uns:
ich muss konstatieren: nach den letzten updates wird eure reisebeschreibung immer mehr zur krankengeschichte. ihr scheint euch im zustande der verwesung zu befinden: ich sehe euch, vor viralen steppenbraenden fliehend, durch antiseptische wuesten stapfen, waehrend euch nach und nach die leproesen glieder abfallen ... kommt bitte nur nach hause, wenn ihr sicher seit, dass wir euch in dieser form zurueckhaben wollen.
sollten wir den rueckhalt in oesterreich verloren habe? will uns niemand mehr unterstuetzen? sind treue freunde und oekosoziale genossen dabei, uns in den ruecken zu fallen? wir schaudern!
doch da ... eine nachricht von herrn t. brandstetter ist wie honig und milch fuer unsere wunden:
salut bekehrungscrew! fabelhafte fabeln hab ich gelesen und war sehr beeindruckt. eine schwierige aufgabe, die ihr da uebernommen habt. aber die nachwelt wirds auch danken, da bin ich mir sicher. viel erfolg, und haltet die ohren steif! euer mitzitternder thomas.
das ist wahre unterstuetzung! kein zaudern, kein zucken! vivat!

aufgestachelt durch diese worte fahren wir auch nach osten. ploetzlich geht es nicht mehr weiter - es ist weit und blau: der atlantik. der atlanik ist noch relativ groesser, relativ tiefer. unten ist er voll schlick und schlamm, darauf liegen etliche kubikhektar mehr wasser. war der golf noch einladend, sehen wir hier die urgewalt. wie wellen peitschen, die gischt sprudelt. freude ueberkommt uns. wir spueren unsere aquatische vergangenheit. der golf ist ein vorzimmer-meer. der atlantik kicks ass. wir wollen in kleinen nussschalen ueber ihn treiben, der stroemung trotzen, die wale schauen, die haie, die algen. hinaus aufs sargassomeer, quer durch und darueber hinaus, wie lachse. doch wir trauen uns nicht. wir spielen lieber im sand. dabei bemerken wir eine krabbe. wir versuchen sie zu fangen, doch das laestige krustentier ist flink. wir koennen es nicht erwischen. egal.

bevor uns jemand fragt, antworten wir:
der salzgehalt des meeres ist nicht ueberall gleich, jedoch bestehen durchschnittlich 3,5 prozent des meerwassers aus geloesten mineralsalzen. das meiste davon ist natriumchlorid, das gewoehnliche kochsalz. einige salze stammen aus untermeerischen vulkanen, aber die meisten haben ihren ursprung in den gesteinen der erdkruste. durch verwitterung wurden die salze freigesetzt und von fluessen ins meer befoerdert. das meerwasser verdunstete dann im immerwaehrenden kreislauf des wassers. so blieben die salze zurueck. toll.
fuer weitere informationen empfehlen wir literatur.

ein herr andreas robnik schreibt nur:
rauchen ist ohnedies der koerperlichen leistungsfaehigkeit abtraeglich.
wenn es halt so gut schmeckt.

ricky martin spricht im nationalen fernsehen ueber das wirklich wichtige im leben eines menschen: "besides beautiful women, beautiful beaches, great food, great hotels, beautiful rainforest, beautiful weather - i don't know what else?"
ist ricky martin der ultimative oekosozialist, oder ist er nur ein geschickter trend-gag? wir fuerchten, wir werden das nicht auf die schnelle eruieren koennen.

ein weibliches mitglied der crew stiehlt in einem italienischen restaurant wachsmalkreide fuer kinder. ausserdem stellt besagtes mitglied folgendes fest: "sweet'n low" rosarot verpackter kuenstlicher suessmacher (nutritive dextrose + 3,6 % calcium saccharin 36 mg + cream of tartar + calcium silicat) schmeckt weniger suess als "equal sweetener" blau verpackter kuenstlicher suessstoff (dextrose with maltodextrin, aspartame), obwohl auf beiden packungen obensteht, dass das zeug zwei teeloeffel zucker repraesentiert.

aufgrund des von frau f. gekauften push-ups besuchen wir weder disney world noch die universal studios.

nachtrag 1: spaghetti carbonara werden landesweit mit speck zubereitet.

nachtrag 2: wir wollten uns einen elendigen raketenstart in cape kennedy ansehen. nach ueber einer stunde verspaetung machten wir kehrt und fuhren heim. so behandelt man uns nicht.

generell ist unser aufenthalt in zentalflorda beendet.
die lokale bevoelkerung ist durch subtropisches klima und konsumistischen lebensstil ueberfressen. vollgesogen und abgestumpft hocken sie in ihren vollklimatisierten haeusern und sehen sich "friends", "ally mcbeal" oder die "bezaubernde jeannie" an. wir wollen das nicht haben. wir koennen das nicht aendern. we are heading the suedwesten, october 1st! unsere koepfe sind voll guter vorahnungen, unsere taschen voll unertraeglicher souvenirs.

episode iii: austin/texas

die luft ist frisch.

texas, offizielle abkuerzung tx, ist ein bundesstaat der usa. die bundesstaaten der usa pflegen ein staatsmotto, staatssymbole und dergleichen mehr zu haben. das motto von texas ist "friendship" (freundschaft); der name texas leitet sich naemlich von einem indianischen wort her, das "freunde" bedeutet. bluebonnet, die lilienart lupinus subcarnosus, ist die blume des staates. das fuer die ernaehrung von wild und vieh sehr wichtige, haferartige gras sideoats gramma ist zum staatsgras von texas erklaert worden. der staatsbaum ist seit 1919 der pekan-nussbaum. 1969 wurde der texanische blaue topas zum staatsstein erklaert. seit 1977 gibt es ein von senat und repraesentantenhaus des landes anerkanntes texanisches nationalgericht: chili, ein feuriges stew.

gelegentlich sieht man am strassenrand geschaefte, die interessierten kunden hamburger und pommes frites anbieten.



erhoffte mithilfe im werten streben fuer eine bessere gesellschaft muessen wir leider abschreiben. die letztjaehrig so hilfreiche fringeware shop partie ist durch unwirtschaftlich-anarchisches handeln in den finanziellen ruin ergo bankrott geschlittert. hab und bleibe haben sie verloren, wir somit kostenguenstige unterkunft. ein von uns mithilfe touristischer informationsquellen entdecktes best western hotel stellt das team (uns) aber durchaus zufrieden. mussten wir in new york fuer 120 us-dollar (vom altdeutschen taler abgeleitet) in einer jaemmerlichen spelunke naechtigen (woody allen zerstoerte durch dreharbeiten das gleichgewicht von angebot und nachfrage), ist diese lokation nobel und halb so teuer. mit pool. mit sauna. mit eigenem klo. wir geniessen das. wir schaemen uns. wir werden's nicht wieder tun.

stephen f. austin ist der gruender der stadt. stephen ist ein held aus frueheren zeiten.

unter der sogenannten "congress bridge" hocken und schlummern abertausende fledermaeuse. diese werden durch angeborene instinkte zur abenddaemmerlichen jagd gezwungen und quellen himmelwaerts. myriaden dieser kleinnager zwaengen sich in die luefte, auf der suche nach flugfaehigen insekten. dabei werden sie von interessierten menschen beobachtet, zum beispiel von guenther k. aus schwaebisch-hall (neckermann reisen). nicht unweit des lehrpfades finden wir drei benutzte erwachsenenmagazine.

man sagt von texas: other states were carved or born; texas grew from hide and horn (andere staaten wurden geformt oder geboren, texas entwickelte sich aus haut und horn, respektive der viehzucht).

in einem guenstigen buchladen erwerben wir ein handbuch zur sezierung von froeschen. froesche sind hier aber selten.

geruechten zufolge soll woody allen auch seine kinder schlagen.
er ist aber gerade bei studenten beliebt. studenten gibt es viele hier.

man kann fuer $10 soviel suppe, pasta und weissbrot essen, wie man will. ausserdem bekommt man kostenlos getraenke nachgeschenkt. wir nehmen rapide zu. die leute zeigen schon auf uns. wir fluechten gen sueden. dort soll eine marienerscheinung stattgefunden haben. auch soll dort strand sein.

gerade muessen wir erfahren, dass woody allen auch seine kinder heiratet (siehe mia farrow).

episode iiib: corpus christi/texas

corpus christi ist ganz unten links. fast schon dort wo mexiko ganz oben rechts ist.

es gibt corpus christi adult shops.
und industrie.



auf grossen, mit possierlichen zeichentrick-bienen verzierten plakatwaenden werden die bewohner der umgebung aufgefordert, im falle chemischer stoerfaelle die schutzraeume aufzusuchen.

3. oktober: da es sich als schwierig erweist in technische sicherheitsanlagen oder luftwaffenstuetzpunkte einzudringen, beschliessen wir die buerger des landes dort zu packen, wo sie es am geringsten erwarten. in rekreationsarealen. wir wollen ein hotel auf dem vorgelagerten padre island beziehen und dort, als animateure getarnt, oekosoziales gedankengut in die erholungserhoffenden hirne der gaeste eindringen lassen. wir freuen uns.

4. oktober: es ist nebensaison. einige wenige world-war-ii ueberlebende und einkommensschwache kleinfamilien sind vorzufinden. wir brechen das unterfangen vorzeitig ab.

padre island ist, geologisch betrachtet, ungefaehr so alt wie oetzi. auf dem sogenannten kosmischen kalender (der den urknall mit dem 1. jaenner gleichsetzt) ist dies in der letzten sekunde des 31. dezember. die gesamte geschichte der menschheit ist in dieser letzten sekunde des 31. dezember lokalisiert. der cro-magnon-mensch, die alten hochkulturen, die antike, die voelkerwanderung, das frueh- und spaetmittelalter, die moderne. auch ist in dieser sekunde enthalten, dass die freiheitliche partei oesterreichs platz zwei in der waehlergunst erreicht hat. das tut uns leid. wenn sowas nicht illegal waere, wuerden wir ein attentat empfehlen.

auch erfahren wir, dass herr konsalik gestorben ist. das tut uns auch leid.
wenn jetzt auch noch michael schanze stirbt, dann ist alles vorbei.

die lokalen behoerden rufen in tv-anzeigen die "mental illness awareness week" aus.



zum nachtmahl konsumiert frau f. einen langustenschwanz und herr g. 17 krabbenbeine.
er traut sich nicht einzuschlafen. er hat schlechtes gewissen. er fuerchtet von gigantischen krebsen gefangen und in hauchduenne scheiben geschnitten zu werden. diese scheiben wuerden sie dann einscannen und ins web stellen. schulklassen wuerden sich an diesen lehrreichen bildern guetlich tun. (***) aber das wuerde herrn g. nichts mehr bringen. schliesslich schlaeft er ein und traeumt nichts. er stellt nur gewisse anzeichen von schalander fest.

(***) grundsaetzlich ist gegen solchen unterricht nichts einzuwenden. die amerikanische bildung ist durchaus mangelhaft. ein kleines kind zeigt in der hotellobby auf einen gelben fisch im aquarium und spricht verhalten: "mommy, look a dolphin". anstelle hier korrigierend einzugreifen wird das kind von seinen eltern gelobt und in seiner aussage bekraeftigt.
wir sehen sowas nicht ein.

das abdominalleiden des herrn g. hat sich gelegt. er zitiert azze breuer den chinesischen deutschen (aus dem gedaechtnis): stuhlgang muss ein gluecksgefuehl sein.

drehli robnik wuenscht uns:
geniesset die fremde; hier ist alles so vertraut.
und wie recht er hat.
beispiele:
- die amerikaner essen erdnuesse. sie kriegen ihre maeuler nicht voll damit. wo ist haselnuss? wo?
- es gibt nur zwei parteien.
- priester benutzen waehrend der messe overheadprojektoren um die glaeubigen kirchbesucher ueber den antichristen aufzuklaeren.
- die lokalen telefongespraeche sind gratis.
- es gibt kein fanta.
- die semmel hat ein loch und heisst bagel.
- die leute sind hilfreich. warum? eine geschichte: frau f. verschliesst, im scherze, vor herrn g. die aufzugstuere.
dieser klopft an derselben, einlass erhoffend. eine mexikanische putzfrau eilt herbei. "you don't have to knock, you have to press the button."
herr g. laesst sich das sofort zeigen.
"thanks a lot."
"you're welcome."

in den vertragsbedingungen des mietautos finden wir folgendes kleingedruckte: renter is responsible for [...] damage [...] regardless of fault or negligence on the part of the renter(s) or any other person, and regardless of whether damages are a result of an act of god.
was soviel heisst wie: im schadensfalle muessen immer wir zahlen - und wenn der herrgott persoenlich unser auto zerstoert, dann erst recht.

eine netzrecherche zum thema oekosozial in amerika bringt wenige resultate. gerade das ecosocial swine fever scheint interessant.

wir begutachten den mitgebrachten kalender. es ist zeit.
heimkehr.
schweren herzens muessen wir uns mit der moeglichkeit einer negativen ausbeute vertraut machen.
bevor wir (gesenkten hauptes) das hotelzimmer verlassen, bemerken wir ein kaertchen im bad:
making your stay a complete success is our goal. just let our manager on duty or front desk staff know if any part of your stay isn't satisfactory. we promise to make it right.
vielleicht ist das unsere letzte hoffnung. vielleicht koennen wir politische aenderung einklagen.
wir bewegen uns zur rezeption, erklaeren die problematik. die verunsicherte angestellte schuettelt den kopf. wir verlassen das gebaeude, fahren nach austin. dort schlafen wir am flughafen. danach steigen wir in ein flugzeug. danach steigen wir wieder aus. es ist 7 stunden spaeter.

wir haben es nicht geschafft.
aber ... goddamit ... wir haben es versucht.

"quality is our recipe."
(dave thomas, founder of wendy's old fashioned hamburgers)

j. grenzfurthner
e. fuerlinger
das kommando akut/in pension

--kommt nichts mehr--